Richtiges Einwintern
Ohne Schaden durch den Frost

Ratschläge für das richtige Einwintern von Wohnmobil und Wohnwagen! So kommt Ihr Campingfahrzeug unbeschadet durch die kalte Jahreszeit.
Die meisten Camper verstehen unter "Einwintern" das völlige Entleeren aller Frisch- und Abwassertanks. Der Fachmann warnt aber auch vor dieser Methode, da es nicht immer gelingt, das gesamte System zu entleeren. Schon geringste Wassermengen können aber große Schäden anrichten. Und die dadurch entstehenden Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Aufwand der folgenden Methoden.

Wasseranlage

Gleichgültig, ob Wohnmobil oder Wohnwagen: Es muss die gesamte Wasseranlage frostsicher gemacht werden. Je nachdem, ob das Fahrzeug im Winter geschützt oder direkt im Freien untergebracht ist, ist die Konzentration des Frostschutzmittels zu wählen. Ein im Handel erhältliches, lebensmittelechtes Frostschutzmittel im 5-Liter-Kanister dient als Grundlage für das Frostschutzkonzentrat. Dabei lassen sich Konzentrate bis zu Temperaturen um minus 30 Grad herstellen. Dieses Konzentrat wird nun in den Frischwassertank gefüllt und dann das gesamte Leitungssystem befüllt, indem alle Wasserhähne geöffnet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Hähne in einer Mittelstellung befinden, damit sowohl die Warm- als auch Kaltwasserleitungen mit dem Konzentrat gleichmäßig befüllt werden. Bei Anlagen mit Abwassertank verbleibt das Konzentrat ebenfalls im Tank. Bei Wohnwagen kann man das Konzentrat mittels Eimer wieder auffangen und wiederverwenden. Sind nun alle Leitungen gefüllt, entfernt man, wenn möglich, die Wasserpumpe aus dem Frischwassertank, schaltet sie aus bzw. macht sie stromfrei. Die Wasserhähne werden nun geöffnet und bleiben den ganzen Winter offen. Achtung! Nirostabecken müssen unbedingt sofort trocken gewischt werden, da es sonst zu unschönen Flecken kommen kann. Im Frühjahr wird das gesamte System mit Frischwasser gespült.

Toilette

Wird die Spülung der Toilette über einen eigenen Wassertank versorgt, so sind die gleichen Maßnahmen wie bei der Frischwasseranlage durchzuführen. Der Fäkalientank ist ebenfalls zur Gänze zu befüllen.

Wohnraum

Das Einwintern des Wohnmobils sollte immer von einer sorgfältigen Generalreinigung des Wohnbereichs begleitet werden. Dazu gehören die Entfernung aller verderblichen Lebensmittel und die Beseitigung jeden Unrats. Die Sitzpolster und Matratzen sind aufzustellen, um Stockflecken durch gebildetes Kondenswasser zu verhindern. Handelsübliche Entfeuchter sollte man in Wohn- und Stauräumen aufstellen und mindestens monatlich kontrollieren und entleeren. Bei großen Wohnräumen sind zur Entlastung des Daches eigene Dachstützen mit eingebauten Federn im Innenraum zu empfehlen. Sie verhindern Schäden durch zu hohe Schneelasten, falls der Caravan im Freien aufgestellt ist.

Elektrik 

Bei Wohnwagen mit Batterien oder Wohnmobilen mit Versorgerbatterien sollten diese über den Winter ausgebaut werden. Besteht die Möglichkeit das Fahrzeug über den Winter über das Stromnetz zu versorgen, erübrigt sich das Ausbauen. Wird die Batterie ausgebaut, so ist sie im Frühjahr über mindestens 24 Stunden aufzuladen. Da bei manchen Fahrzeugen die Batterie schwer zugänglich unter dem Fahrersitz eingebaut ist, ist der Fachmann die bessere Lösung. Der durch laienhafte Aktionen angerichte Schaden steht in keinem Verhältnis zu den Kosten in der Fachwerkstatt.

Räder, Dach etc.

Wird das Wohnmobil im Freien aufgestellt, ist es zu empfehlen, jedes Monat das Mobil zu starten und ein paar Meter vor und rückwärts zu fahren. Dadurch werden sowohl die Batterie als auch die Räder geschont. Eine Markierung am Reifen hilft Ihnen zu kontrollieren, dass der Reifen nicht wieder auf der gleichen Stelle steht damit Sie ein "Plattstehen" vermeiden können. Beim Wohnwagen im Freien ist darauf zu achten, dass er so aufgestellt wird, dass ein leichtes Gefälle entsteht. Dadurch kann der Schnee leichter abrutschen. Abkehren mit dem Besen ist wegen der möglichen Beschädigung der Dachluken nicht zu empfehlen. Die Räder können durch Abstützen mittels der Wohnwagenstützen entlastet werden, sollen aber nicht in der Luft stehen. Spezielle Stützen statt der Räder können ebenfalls verwendet werden. 

Beim Einwintern empfiehlt es sich, den Karosseriebereich und den Wohnaufbau auf etwaige Schäden zu überprüfen. Eine sofortige Beseitigung etwaiger Lackschäden oder Roststellen ist anzuraten.  

Gasanlage 

Die Gasflaschen abdrehen. Eine Überprüfung der Gasanlage ist für die Zeit nach dem Winter vorauszuplanen.  Eine Liste aller Gasprüfstellen in Österreich finden Sie hier.


Wer diese Tipps beherzigt, kann dem Winter beruhigt entgegen sehen.


Hier noch eine kurze Checkliste zum richtigen Einwintern:


  • Gründliche Außenreinigung
  • Lackkontrolle und Konservierung mit Lackpflegemittel
  • Beschädigungen ausbessern
  • Unterbodenschutz kontrollieren
  • Gummidichtungen mit Silikonspray behandeln
  • Wasser- und Abwassertank entleeren (als Alternative bietet sich an, die Frisch- und Abwassertanks mit Frostschutzmittel zu füllen. Lesen Sie dazu unseren Expertentipp!)
  • Restwasser aus den Leitungen mittels Druckluft ausblasen
  • Kühlschrank reinigen und einen Spalt offen lassen
  • Gasflasche schließen
  • Polster zwecks besserer Belüftung aufstellen
  • Schränke und Stauräume offen lassen
  • Zwangsentlüftungen bleiben geöffnet
  • Treibstofftank ganz auffüllen um Kondenswasserbildung zu vermeiden
  • Batterie ausbauen und frostfrei lagern (ab und zu aufladen) oder abklemmen 
  • Fahrzeug aufbocken, dass die Räder sich frei drehen können oder wenigstens mittels Stützen entlasten und den Luftdruck um 0,5 bar erhöhen
  • Beim Wohnmobil Kühlerfrostschutz prüfen
  • Fahrzeug gegen Wegrollen sichern
 
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