Rostschutzvorsorge
So schützen Sie den Unterboden Ihres rollenden Eigenheimes

Rostvorsorge ist bei älteren Fahrzeugen, insbesonders bei Wohnmobilen welche als Basis ein Nutzfahrzeugchassis besitzen, ein sehr wichtiger Punkt um große Reparatur vorsorglich zu vermeiden. 
Stahlrahmen und diverse Bleche werden durch äußere Einflüsse wie Regen und Salze als auch durch Steinschläge massiv beansprucht. Sobald die ursprüngliche Schutzschicht weg ist, blüht dann relativ rasch der Rost.  Wer sich schon mit der Rostbeseitigung beschäftigt hat kennt das Problem, dass nach ein bis zwei Jahren wieder der Rost an der behandelten Stelle auftritt.

Rost entsteht auf Eisen und Stahl durch Wasser und Sauerstoff und wird durch zusätzliche Einflüsse begünstigt.  Abgelagerter Schmutz  und Salze ziehen die Feuchtigkeit an und bilden einen ständigen Nährboden wodurch weiterer Rost entsteht. Bei der Umwandlung von Eisen in Rost kommt es zu einer starken Volumenzunahme, welche dann für die sogenannten Rostbeulen am Blech sorgt.  Wird der Rost nicht vollständig beseitigt bzw. von Feuchtigkeit isoliert, so wird die Reparatur nur bedingt erfolgreich sein. Mitunter reicht es sogar, dass die hindurchdiffundierende Feuchtigkeit den Rost erneut aufkommen lässt.

Die Anwendung von sogenannten Rostumwandlern bringt nur bei sehr geringem Rostansatz etwas, da nur eine oberflächliche Umwandlung erfolgt, die bei dickem Rost unwirksam bleibt. Die Anwendung von dünnflüssigen Öl - Sprays, etwa WD40, ist bei Holräumen zwar hilfreich, aber durch den großen Anteil von Lösungsmittel verdunsten diese rasch und gelangen nicht tief genug zum Rost. Zusätzlich werden die Ölsprays rasch vom Wasser weggewaschen.

Ein Klassiker ist der bitumenhaltige Unterbodenschutz, der in der Regel schwarz ist. Er bleibt zähelastisch und mitunter leicht klebrig. Nachteilig ist, dass dieser Unterbodenschutz mit der Zeit Risse bekommt und dann Wasser unter die aufgebrachte Schicht dringt und dort ungestört das Blech bzw. den Unterboden angreift und vergammeln lässt.  Groß ist das Risiko, wenn man solchen Unterbodenschutz auf bereits rostige Teile aufträgt. Das recht dicke Material kann diesen Rost nicht durchdringen. Der Rost bleibt also weiter aktiv und zieht jede Feuchtigkeit an, die er kriegen kann.

Eines von vielen am Markt erhältlichen und beliebten Mittel für den Unterbodenschutz ist das sogenannte „Seilfett“. Seilfett ist ein sehr zähes, klebriges Fett, bei dem ordentlich Lösemittel hinzugesetzt ist, so dass es aus der Dose dünnflüssig austritt. Man kann es dann entsprechend leicht applizieren. Sobald die Lösungsmittel verdunstet sind, bildet sich ein zäher Fettfilm über der Oberfläche und schützt den Unterboden und auch die Hohlräume.  Der Vorteil ist, dass es kalt zu spritzen ist und somit bei hohen Außentemperaturen weniger aus den Hohlräumen nachtropft.  Bei großen und stark verrosteten Hohlräumen ist die Tiefenwirkung etwas zu gering. Da wären andere Präparate, welche dann aber heiß angewandt werden müssten, noch besser. Da die Anwendung von Seilfett auch in Eigenregie durchgeführt werden kann,  erachte ich die Anwendung als eine tolle und effektive Korrosionsvorsorge, damit das Wohnmobil lange Zeit den Umwelteinflüssen trotzen kann.

Andreas Toifl - ÖAMTC-Techniker
 

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Stand der Informationen: 03.09.2018

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