Sicherungsseil für den Wohnwagen
Warum man für Wohn- oder Bootsanhänger ein Sicherungsseil braucht.

Immer wieder erreichen den ÖCC Anfragen von Gespannfahrern zur richtigen Sicherung ihres Wohnwagens oder Bootsanhängers beim Reisen durch Europa. Eine Übersicht soll Klarheit über die korrekte Befestigung des Sicherungsseils in den verschiedenen europäischen Ländern bringen.

Österreich

Alle Anhänger, also auch ungebremste Anhänger unter 750 Kilogramm Gewicht, benötigen eine zusätzliche Sicherungsverbindung zwischen Zugfahrzeug und Anhänger. Spezielle Bestimmungen zur Befestigung dieser Sicherungsverbindung gibt es allerdings nicht.
 
Es reicht im Allgemeinen aus, die Reißleine über die Anhängerkupplung zu legen. Fehlt diese Sicherung jedoch, droht nicht nur dem Lenker, sondern auch dem Fahrzeughalter eine Strafe von bis zu 100 Euro.

Schweiz

Für Reisen in die Schweiz müssen alle Anhänger, ob mit oder ohne Bremse, mit einer zusätzlichen Sicherheitsverbindung mit dem Zugfahrzeug verbunden werden. Es gibt keine speziellen gesetzlichen Bestimmungen, wie die Sicherheitsverbindung zu befestigen ist. Trotzdem sollte das Sicherungsseil an einer schon vorhandenen Öse oder aber an einer speziellen Befestigungsöffnung (Bügel, Schelle) an der Anhängerkupplung fest angebracht werden, um einer Strafe zu entgehen.

Nicht ausreichend ist das einfache Überlegen der Sicherheitsleine über den Kugelhals. Bei Nichtbeachtung drohen Strafen bis zu 500 Schweizer Franken (umgerechnet etwa 438 Euro).

Niederlande

Sowohl ungebremste Anhänger bis 750 Kilogramm, als auch gebremste Anhänger über 750 Kilogramm benötigen eine Losreißvorkehrung oder ein Sicherungsseil. Wichtig ist, dass die vorgeschriebenen Sicherungsseile (Kabel/Ketten) zusätzlich mit einer speziellen Öse oder einem Bügel an der Anhängerkupplung des Zugfahrzeugs befestigt sind.

Es reicht nicht aus, wenn das Sicherungskabel lose über den Kugelhals der Anhängerkupplung gelegt wird. Die Strafen betragen bis zu 230 Euro.

Deutschland

In unserem Nachbarland werden Anhänger mit Auflaufbremse zusätzlich mit einem Abreiß- oder Sicherungsseil gesichert. Das ist in der Regel ein ummanteltes Stahlkabel mit einer Länge von 100 Zentimeter. Für ungebremste Anhänger bis 750 Kilogramm ist kein Sicherungsseil vorgesehen und auch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Anhänger über 750 Kilogramm (gebremste Anhänger) müssen ein Sicherungsseil haben. Sofern technisch möglich, ist eine Befestigung des Sicherungsseiles durch eine Öse oder eine vorhandene Bohrung an der Kupplung vorzunehmen. Auch Abschleppösen bieten gute Befestigungsmöglichkeiten, wenn sie am Fahrzeugheck möglichst mittig angebracht sind. Der Karabinerhaken des Sicherungsseiles soll in diesem Fall in die vormontierte Öse an der Karosserie eingehakt werden und so den Anhänger sichern. Ist das nicht möglich, genügt es das Sicherungsseil als Schlaufe über den Kugelhals der Anhängerkupplung zu legen.

Italien, Kroatien

Es gelten die gleichen Bestimmungen wie in Deutschland.

Vitus Gredler von AL-KO Austria zur Funktionsweise des Abreißseils als zusätzliche Sicherung bei Anhängern.


Wozu dient das Abreißseil überhaupt und wie funktioniert es?
Vitus Gredler, AL-KO Austria: Das Abreißseil ist eine zusätzliche Sicherung bei auflaufgebremsten Anhängern. Im Fall des selbsttägigen Abkuppelns eines Anhängers vom Zugfahrzeug während der Fahrt wird über das Abreißseil der Handbremshebel der Auflaufeinrichtung angezogen.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, dass es ordnungsgemäß funktioniert?
Vitus Gredler, AL-KO Austria: Das Abreißseil ist durch einen sogenannten Abreißring oder ein ähnliches Element mit dem Handbremshebel der Auflaufeinrichtung verbunden. Diese Verbindung löst sich bei einer genau definierten Kraft und gibt den nunmehr eingebremsten Anhänger frei. Durch diese Aktivierung der Feststellbremse kommt der abgekuppelte Anhänger zum Stillstand.



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