48 Stunden in Kattowitz
Zwei kurzweilige Tage in der südpolnischen Kohlestadt – Was gibt es in Kattowitz zu sehen?

Katowice (Kattowitz) liegt ziemlich genau in der Mitte von Schlesien und hat 300.000 Einwohner. Ausgangspunkt für unsere Stadterkundung ist der in der Vorstadt gelegene Campingplatz 215. Er liegt praktischerweise nur wenige Meter von einem See entfernt. 
Mittwoch, 9 Uhr: An diesem mit Sonne gesegnetem Morgen spazieren wir vom Campingplatz einige Minuten zur Station des Autobusses Nr. 674. Bereits bei der nächsten Haltestelle steigen wir wieder aus, um die historische Arbeitersiedlung Nikiszowiec (Nickischschacht) zu besuchen. Die Siedlung liegt im Osten der Stadt, einst ein eigenständiger Ort, in dem die Minenarbeiter der Kohlegruben wohnten. Das Besondere an dieser Siedlung ist die sehr auffällige Backstein-Architektur. Die rot angestrichenen Flächen rund um die zahlreichen Fenster geben der Siedlung einen überraschenden Kontrast und sehr viel Fröhlichkeit. Eine Stunde bummeln wir durch die Gassen, genießen die Sonne und den blauen Himmel.



10.30 Uhr: Wir steigen wieder in den Bus 674 und fahren weiter in den nächsten Ortsteil Giszowiec (Gieschewald). Auch das ist eine ehemalige Arbeitersiedlung aus der gleichen Zeit und vom gleichen Architekten entworfen. Bloß der Stil ist ein komplett anderer.

11.30 Uhr: Weiter mit dem Bus 674 fahren wir nun direkt in das Zentrum der Stadt. Der Parlamentsplatz erinnert uns sehr an die kommunistische Zeit. Hier halten wir uns nicht so lange auf.

12.00 Uhr: Ein paar Gassen weiter kommen wir zum Gebäude einer polnischen Radiostation. Eine auf einer Bank sitzende Skulptur des einstigen Radiochefs Stanislaw Ligon scheint dort aufzupassen, wer ein und aus geht.

12.30 Uhr: Für Mittag hat man uns das Restaurant Zurownia in der Straße Juliusza Ligonia 16 empfohlen. Es ist ein besonderes Restaurant, das traditionelle Küche mit modernen Elementen verbindet.

14.30 Uhr: Wir spazieren weiter zur Christkönigs-KathedraleEs ist ein wahrlich monumentales Gebäude, eine Mischung aus Bauhaus-Stil, romanischem Stil und Klassik. Entworfen wurde die Kathedrale 1920. Durch den zweiten Weltkrieg wurden die Bauarbeiten unterbrochen. Nach einigen Planänderungen erfolgte die Fertigstellung dann erst im Jahr 1955. Der Stil ist untypisch für eine Kirche. Es ist ein bombastisches Gebäude ohne Schönheit.

15:30 Uhr: Im Eisgeschäft Kopalnia Lodów an der Ecke der Gassen Jagiellonska und Plebiscytowa holen wir uns ein herrliches Eis. Weitere besonders gute Eisgeschäfte sollen sein: Lodzio und Lodowato.

16:00 Uhr: Wir wollen uns noch die evangelische Auferstehungskirche ansehen, das älteste Gebäude im Zentrum.

17:00 Uhr: Wir bummeln noch durch die Gassen, stärken uns mit einem Snack und lassen den Tag ausklingen.

18.00 Uhr: Der Bus bringt uns bequem wieder zum Campingplatz zurück.

Ein Rundgang durch die Arbeitersiedlung Niekiszowiec darf bei einem Besuch von Kattowitz nicht fehlen.
In den Backsteingebäuden lebten die Arbeiter der Bergwerke.
Köstliches Eis gibt es im Kopalnia Lodòw.
Modernes Restaurant in einer alten Fabrikshalle.
Bei Schönwetter spielt sich das Leben in Kattowitz draußen ab.
Moderne Architektur in Kattowitz.
Kunstwerke im Schlesischen Museum
Vom alten Förderturm überblickt man die ganze Stadt.
Donnerstag, 9 Uhr: Heute wollen wir in Kattowitz noch ein paar Highlights besuchen. Wir könnten zwar wieder den Bus in die Innenstadt nehmen, aber heute wollen wir sportlich sein und fahren mit den Rädern. Es sind ja bloß fünf Kilometer dorthin.

10.00 Uhr: Wir starten mit der gotischen Marienbasilika. Danach schlendern wir durch die Mariacka-Straße. Aufgrund der zahlreichen Bars und Clubs können wir erahnen, dass sich hier zu später Stunde das Nachtleben abspielt. Gleich daneben befindet sich der Marktplatz mit dem Stadttheater.

11.00 Uhr: Mit den Rädern strampeln wir zu einem Stadtteil, in dem sich einige moderne Bauwerke befinden. Zu Anfang besichtigen wir den Sitz des polnischen National Radio Symphony Orchestra. Was die Akustik betrifft, soll dies eine der fünf besten Konzerthallen der Welt sein, in der 800 Personen Platz haben.

11.30 Uhr: Die Architektur des im Jahre 2015 eröffneten Kongresszentrums ist von Kohle inspiriert. Die Fassade ist schwarz, und kontrastreich hat man dem Gebäude ein grünes Grasdach verpasst. Sehr, sehr stylisch, finden wir.

12.00 Uhr: Gleich neben dem Kongresshaus ist die Sport Arena Spodek. Spodek ist polnisch und heißt Untertasse, gleicht das moderne Konstrukt ja einer überdimensionalen Untertasse. In Wahrheit soll die Architektur das Rad eines Fahrrades darstellen. Kaum zu glauben, dass dieses höchst moderne Bauwerk bereits 1971 gebaut wurde. Es sieht so futuristisch aus, als wäre es erst gestern fertiggestellt worden.

13.00 Uhr: Wenige hundert Meter sind es bis zum Schlesischen Museum. Das moderne stylische Gebäude wurde von einem Grazer Architekten entworfen. Im oberen Teil befinden sich Kunst und Malerei von schlesischen Künstlern, viele davon waren Kohlearbeiter. Im unteren Bereich erfährt man alles über die Geschichte Schlesiens. Das Museum ist so groß und toll, dass wir den ganzen Nachmittag dort verbringen. Drei Stunden sollte man sich dafür Zeit nehmen.

18.00 Uhr: Zum Abschluss gönnen wir uns etwas Besonderes: Wir haben einen Tisch im Restaurant Moodro reserviert. Es gehört zum Schlesischen Museum und ist in einer alten Fabrikshalle der Kohlegrube eingerichtet. Rund um das Schlesische Museum befinden sich viele alte Fabrikshallen, die aufwändig restauriert wurden. Über uns sind die massiven Stahlträger interessant in Szene gesetzt.

20.00 Uhr: Nach dem Essen fahren wir noch mit dem Lift auf einen alten Förderturm der Kohlegrube, von dem aus wir die ganze Stadt bei Mondschein überblicken.

20.30 Uhr: Gott sei Dank haben wir die Fahrradlichter mit, denn als wir zurück zum Campingplatz radeln, ist es längst
finster.

Info: Camping 215, Trzech Stawów 23, PL 40-291 Kattowitz, Tel. +48 32 256 59 39, +48 32 255 53 88

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