Campingreise: Vipava & Soča

Durch Slowenien grüne Täler abseits der Massen.
© Claudia Gigler
Naturnahe, nicht überlaufen und von idyllischen Wasserläufen geprägt: Die nordslowenischen Täler der Vipava und der Soča nahe Nova Gorica sind ein Paradies für Camper. 
Nicht viel länger als zehn Jahre ist es her, dass sich die Winzer des Vipava-Tales aufmachten, Touristen an die Wiegestätte ihrer Weine zu locken – mit Erfolg! Das Tal östlich von Nova Gorica ist kein „weißer Fleck“ auf der Landkarte mehr, schon gar nicht für Camper. Und doch gilt es immer noch als „Geheimtipp“, da es bislang vom Massentourismus verschont blieb. Das könnte sich jetzt ändern, denn heuer
lockt Nova Gorica besonders viele Touristen an, ist es doch europäische Kulturhauptstadt.

Kultur und Geschichte an der Grenze

Das Besondere: Nova Gorica bildet zusammen mit Gorizia in Italien eine Doppelstadt, was auf die gemeinsame Geschichte verweist. Die Grenze überschreiten lässt sich etwa auch über den Radweg südlich der Stadt. Durch ihn verläuft seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs entlang des Isonzo die italienisch-slowenische Grenze. Westlich davon locken die Weingüter im Hügelland der Goriška Brda, das jenseits der Grenze ins italienische Collio übergeht. Hier herrscht kein Mangel an idyllischer Landschaft und ausgezeichnetem Wein, allerdings gibt es nur wenige Campingplätze. Uns zieht es daher weiter in Richtung Südosten, ins Vipava-Tal.

Rund 15 Kilometer von Nova Gorica entfernt liegt unser persönliches Paradies, das Saksida Wine & Camping Resort in Dornberk bei Zalošče. Platz ist hier sowohl für Camper als auch für Wohnwagen und Zelte. Dazu gibt es einen Pool und ein Restaurant, in dem „Schöpfergeist“ Marko während der Saison Tag für Tag ein Acht-Gänge-Menü kocht – samt Weinbegleitung, versteht sich. Da verzichten wir zumindest ein- oder zweimal pro Aufenthalt aufs Selberkochen!
Von hier aus starten viele wunderbare Radtouren. In Gehweite vom Campingplatz kann der Rebensaft von Familie Lisjak probiert werden, nebst köstlichem Abendmahl. In der ganzen Gegend gibt es viele weitere lohnende Ziele, wo Winzer edle Tropfen und Leckereien auftischen.
Nicht weit entfernt finden sich zwei weitere attraktive Plätze. Im Kamp David – direkt neben dem alten Dorf Malovše – lässt sich die Zeit auf grünen Terrassen unter Eichen genießen. Auch von hier aus kann man die Region gut per Rad erkunden. Das Park Lijak Kamp Resort in Ozeljan wiederum ist beliebt bei Paragleitern, aber leider etwas in die Jahre gekommen. Das Restaurant wird hingegen hoch gelobt. Zurück nach Dornberk: Jenseits der Bahnschienen führt ein Radweg in Richtung Osten durch den Ort Branik und vorbei am weiter oben gelegenen Schloss Reifenberg, das man nur samstags besichtigen kann. Von Branik aus beginnt eine Radtour hinauf nach Štanjel und von dort hinunter nach Vipava. Štanjel ist ein bezauberndes Bergdörfchen – faszinierend vor allem auch der Ferrari-Garten. Man kann dort einfach verweilen, oder (vorab) eine Führung samt Einblick in das Familienleben von anno dazumal buchen.
In Vipava und in Ajdovščina gibt es jeweils zwei kleinere Campingplätze, vor allem aber auch eine Reihe exzellenter Restaurants und Weinbaubetriebe. Achtung: Manche sind lange im Voraus ausgebucht, aber wenn man Glück hat, gibt es hin und wieder zu Mittag noch Restplätze.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist die der Fluss Soča in Slowenien von oben herab fotografiert.
                           Man sieht das türkisbluae Wasser, sowie Felsen, welche im und neben dem Fluss stehen.
Blick auf die Soča mit ihren wilden Wassern.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist ein Blumenstrauch abfotografiert mit roten
                           und rosaroten Blumen. Im Hintergrund sieht man das Vipava-Tal in Slowenien.
Das Vipava-Tal ist geprägt von sanften Hängen.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild zu sehen sind 3 Radfahrer, die
                           auf der Seite von der Straße unter Bäumen stehen.
Wer im Vipava-Tal radelt hat stets die Weinberge im Blick.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist ein gedeckter Tisch mit Wurst- und Käseplatte,
                           Teller mit Brot und Teller mit Käse/Gemüse zu sehen.
Die Jause bei Vitovlje ist ein wahrer Genuss.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist der historische Kostanjevica II Tunnel in Nova
                           Gorica zu sehen. Rechts im Vordergrund sieht man zudem ein Straßenschild.
Tunnel Kostanjevica II in Nova Gorica.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist ein alter Hof zu sehen mit Brunnen, Baum und Treppe zur
                           Tür rauf. Der Boden ist gepflastert. An der Hausmauer steht ein Weinfass.
Hof eines Weinbauern in Slap.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild sind einige Weinfässer in einem Weinkeller zu sehen. An
                           der Wand dahinter hängen zudem einige Schinkenbeine.
Weinverkostung bei Familie Lisjak.
© Claudia Gigler
Auf dem bild sind 9 Weinflaschen zu sehen, die auf einem Holztisch stehen.
                           Links neben den Weinflaschen ist ein Weinglas mit etwas eingefülltem Rotwein. Der Hintergrund ist eine Fensterwand mit Ausblick
                           auf den Weld und Bergen.
Weinverkostung bei Sveti Martin.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild sieht man das Vipava Tal von Ajdovščina aus fotografiert.
                           Man sieht die Weinreben, Dörfer, sowie die Berge im Hintergrund
Ausblick auf das Vipava-Tal bei Ajdovščina.

Wo die Soča türkis glänzt;

Das reizvolle Vipava-Tal mag manchen noch nicht vertraut sein. Das Soča-Tal - in der Verlängerung nach Norden in Richtung Predil-Pass und in weiterer Folge nach Tarvis – ist vielen Outdoor- und Sportbegeisterten bekannt. Das Angebot umfasst kleine Wandertouren zum Boka- und zum Virje-Wasserfall oder die große Variante auf einen der umliegenden Gipfel, Rafting und Canyoning oder eine rasante Talfahrt über die Bovec-Zipline im Canyon Učja. Das türkisblaue kühle Wasser und zahlreiche Badestellen in der Soča laden auch zum Schwimmen ein. Mit dem Rad befährt man das Soča-Tal in der Regel von Norden nach Süden, also von Bovec über Kobarid nach Solkan bei Nova Gorica. Wir logieren gerne bei Camping Polovnik in Bovec: ein einfacher Platz in der Nähe des Ortes, mit Restaurant und ganz viel Natur. Zwischen Bovec und Kobarid gibt es an der Radstrecke nach rund 13 Kilometern eine Stelle, die über Geröll führt und auch für geübte Mountainbiker nicht leicht passierbar ist. Wir schieben und heben unsere E-Bikes über diesen kurzen Streckenabschnitt. Die Alternative ist die wenig attraktive, weil stark befahrene, Bundesstraße.


"In Vipava-Tal trifft Bewegung auf Genuss und Natur auf Kultur."

© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist eine Badestelle am Fluss Soča in Slowenien zu sehen. Der Fluss teilt
                           sich etwas und in der Mitte ist die ein kleiner Steinstrand. Im Wasser sieht man einige Leute und im Hintergrund das weitere
                           Soča-Tal mit Wäldern und Bergen.
Badestellen an der türkisblauen Soča.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist eine Anlegestellt für Kajaks am türkisblauen
                           Fluss Soča in Slowenien zu sehen. Man sieht einen Parkplatz und Treppen runter zum Wasser und einige Leute auf Kajaks am Flussrand.
                           Im Hintergrund ist das Tal mit bewäldeten Bergen zu sehen.
Die Soča ist ein beliebtes Ziel zum Kajakfahren.
© Claudia Gigler
Das Bild zeigt eine alte, malerische, schmale Gasse in
                           Štanjel in Slowenien. Die Bauweise ist typisch mediterran mit alten Steinmauern und sichtbaren Holzelementen.
Schmale Gasse im mittelalterlichen Dorf Štanjel.
© Claudia Gigler
Das Bild zeigt einen Teil des Ferrari-Gartens in Štanjel, Slowenien. Man
                           sieht einen Fluss, über dem eine kleine steinerne Brücke drüber geht. Im Hintergrund sieht man Wiesen, Bäume und weitere steinerne
                           Bauten.
Der Ferrari-Garten in Štanjel.
© Claudia Gigler
Auf dem
                           Bild sieht man eine Straße in Vipava, Slowenien. Auf der rechten Seite ist ein charmantes, blumenbedecktes Haus, welche typisch
                           für die historische Architektur der Region ist.
Charmantes, blumenbedecktes Haus in Vipava, typisch für die historische Architektur der Region.
© Claudia Gigler
Das Bild zeigt
                           die Quellen des Flusses Vipava in der slowenischen Kleinstadt Vipava. Man sieht den Fluss und am Flussrand jeweils Bäume sowie
                           kleine Häuser.
Die Quellen des Flusses Vipava liegen in der malerischen, gleichbenannten Kleinstadt Vipava.
© Claudia Gigler
Das Bild zeigt die Napoleonbrücke über den Fluss Soča bei Kobarid
                           in Slowenien. Im HIntergrund sieht man Wälder und einen Berg.
Napoleonbrücke über die Soča bei Kobarid.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist das seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe,
                           die Škocjan-Höhlen in Slowenien zu sehen.
Die Škocjan-Höhlen sind seit 1986 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild sieht man die
                           Höhlen von Škocjan abfotografiert.
Die Höhlen von Škocjan sind eine der beeindruckendsten Karsthöhlen der Welt.
© Claudia Gigler
Auf dem Bild ist die Cerkvenik Brücke
                           in den Höhlen von Škocjan in Slowenien zu sehen. Diese überquert eine Schlucht in etwa 40 Metern Höhe
Die Cerkvenik Brücke überquert die Schlucht in etwa 40 Metern Höhe.
Kobarid lädt zum Verweilen ein, auch wegen des kleinen Weltkriegs-Museums, das das Geschehen während des Stellungskriegs im Gebirge illustriert. Hier lockt zudem ein Abstecher ins Nadiža-Tal mit herrlichen Flussbadestellen. Über die steinerne Napoleonbrücke bei Kobarid aus dem Jahr 1750 geht es hinüber aufs linke Flussufer und von dort in Richtung Süden über Tolmin nach Most na Soči und weiter nach Solkan – alles auf schönen Radrouten. Ein Tipp noch für die Heimfahrt: Wer sich auf dem Weg über Laibach nach Hause macht, dem seien 20 Kilometer südlich der Autobahnauffahrt von Razdrto die Škocjan-Höhlen empfohlen, ein UNESCO-Weltkulturerbe: Elf Höhlen bilden den größten unterirdischen Canyon Europas.

Info

Saksida Estatede.saxida.com
Kamp Davidkamp-david.si

Tourismusverbände:
vipavskadolina.si
soca-valley.com


Text und Bild: Claudia Gigler


Ein Artikel aus der Camping Revue 6/2025.

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