Umweltzonen in Europa
So behält man im Umweltzonen-"Dschungel" den Überblick

Einfahrt verboten?! Mittlerweile gibt es in zahlreichen Städten Europas Zufahrtsbeschränkungen. Die jeweiligen Regelungen sind sehr unterschiedlich – von Klebe-Plakette über Online-Registrierung
bis zur City Maut. Grundsätzlich umfassen die Fahrverbote sowohl Pkw als auch Campingfahrzeuge.
Um Strafen zu vermeiden, sollten sich Reisende vor der Fahrt ins Ausland informieren, ob und wie man mit seinem Fahrzeug in eine Stadt fahren darf. Erleichtert wird die Reiseplanung mit der neuen Funktion des ÖAMTC Routenplaners – aufrufbar unter www.oeamtc.at/routenplaner: Liegt auf der berechneten Strecke eine Zufahrtsbeschränkung, weist der Routenplaner darauf hin. So wird versehentliches Befahren vermieden.

Neue Umweltzonen 2019:

  • In zahlreichen deutschen Städten wurden Dieselfahrverbote eingeführt. 
  • Es kommt zu einer Erweiterung der Umweltzone in Paris (ab Juli 2019).
  • Neue Umweltzone seit November in Madrid.
  • In der engeren Innenstadt Londons wird eine Ultra Low Emission Zone eingeführt (ab 8. April).
  • Fahrverbot in Budapest bei Smog-Alarm.

In welchen Städten gelten welche Regelungen?

Umweltzonen:

Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich ist für die Einfahrt in eine Umweltzone eine Plakette zum Aufkleben auf die Windschutzscheibe erforderlich. Die Plaketten sind für beide Länder jedoch nicht einheitlich, d.h. wer in beide Länder reisen möchte, benötigt zwei unterschiedliche Plaketten.

Deutschland:

In bereits über 50 deutschen Städten gibt es mittlerweile Umweltzonen und bis auf eine Ausnahme (Neu-Ulm) ist für die Fahrt in die Umweltzone eine grüne Plakette erforderlich. Für Dieselfahrzeuge bedeutet das, dass sie mindestens Euro-Abgasnorm 4 oder höher entsprechen müssen. Zu kaufen gibt es die Umweltplakette an den ÖAMTC Stützpunkten (Preis für Mitglieder 6 Euro, für Nichtmitglieder12 Euro).

Dieselfahrverbote:
Berlin: ab spätestens Juni 2019; Betroffen: Diesel-Pkw und Diesel-Lkw der Euro-Abgasnormen 1 bis 5
Bonn: ab April 2019; Betroffen: Diesel-Abgasnorm Euro 1-4, Benziner der Klassen Euro 1 und 2
Köln: ab April 2019; Betroffen: Diesel-Abgasnorm Euro 1-4, Benziner Euro 1 und 2; Abseptember auch Euro-5-Diesel
Hamburg: seit 1. Juni 2018; Betroffen: Alle Dieselfahrzeuge die nicht der Abgasnorm 6 bzw. Euro VI entsprechen

Weitere Infos finden Sie unter www.oeamtc.at

Frankreich:

Für die Fahrt in eine französische Umweltzone ist ebenfalls eine Plakette erforderlich, diese ist jedoch nur per Online-Bestellung (unter https://www.certificat-air.gouv.fr/demande-ext/cgu) erhältlich und kostet 4,21 Euro (Bezahlung mit Kreditkarte). Da es keine anderen Verkaufsstellen gibt, sollte man die Umweltplakette rechtzeitig im Internet bestellen (Lieferzeiten bis zu 3 Wochen!). Umweltzonen sind in Frankreich entweder dauerhaft (z.B. im Stadtzentrum von Paris und Grenoble) oder sporadisch. Sporadische Umweltzonen werden bei Smogalarm ausgerufen (z.B. im Großraum von Paris und Grenoble, Lille, Lyon, Straßburg und Toulouse) – über das temporäre Inkrafttreten informieren die lokalen Medien. Eine weitere Besonderheit der französischen Umweltzonen: Es gibt sporadische Umweltzonen auch für ganze Départements (ähnlich wie Bezirke in Österreich). Das bedeutet, dass bei hoher Luftverschmutzung Fahrverbote für die ganze Region verhängt werden können.

Betroffen sind alle Fahrzeuge mit Erszulassung vor dem 1. Jänner 1997 und Motorräder mit einer Erstzulassung vor dem 1. Juni 2000, auch mit ausländischem Kennzeichen.

Erweiterung der Unweltzone Paris
Mit Juli 2019 wird die Umweltzone auf den Großraum Paris erweitert (das Gebiet, das con der A 86 eingeschlossen ist). Betroffen: Dieselfahrzeuge, die vor 2001 registriert wurden.

Belgien:

Für die belgischen Umweltzonen in Antwerpen und Brüssel ist lediglich eine kostenlose Online-Registrierung erforderlich. Für die Low Emission Zonen (LEZ) in Brüssel und Antwerpen können Sie sich hier registrieren: www.lez-belgium.be. Nach der Registrierung bekommen Sie einen Registry-Sticker. Dieser ist keine offizielle belgische Plakette, sondern lediglich als Nachweis gedacht und muss nicht an der Windschutzscheibe angebracht werden. Sollten Sie sich nicht registrieren und trotzdem in die Umweltzone einfachen, warten hohe Geldstrafen.
Der Kauf einer Plakette ist 
nicht notwendig. In Antwerpen gilt ein Diesel-Fahrverbot für die Euroklassen 3, in Brüssel die Euroklassen 0 oder 1.
Mehr Infos über die Umweltzone in Antwerpen: www.slimnaarantwerpen.be

Niederlande:

Es gibt Umweltzonen für Pkws in Rotterdam, Utrecht, Arnhem und Amsterdam. Die Umweltzonen gelten Ganzjährig und rund um die Uhr. Die Umweltzonen in Breda, Delft, Den Haag, Eindhoven, Leiden, Maastricht und Tilburg betreffen nur Lkw.

Spanien:

Im Dezember 2017 wurde eine temporäre Umweltzone in Barcelona eingerichtet ("Zona de baixes emissiones rondes BCN"). Sie gilt nur im Falle eines Luftschmutzalarms. Informationen zum aktuellen Luftverschmutzungszustand können auf der Homepage www.barcelona.cat eingeholt werden.

Bei Luftverschmutzungsalarm dürfen folgende Fahrzeuge die Umweltzone nicht befahren:
  • Benzinfahrzeuge mit Erstzulassung vor dem Jahr 2000 (Euro 0-Euro 2)
  • Dieselfahrzeuge mit Erstzulassung vor dem Jahr 2006 (Euro 0-Euro 3)
  • Vans mit Erstzulassung vor dem 01.10.1994 (Euro 0)

Es gibt zwar eine Umweltplakette, diese ist aber derzeit nur für in Spanien zugelassene Fahrzeuge erhältlich. Der Nachweis der Emissionsklasse muss alternativ über die Zulassungsbescheinigung Teil I erfolgen. Ab 2020 soll die Umweltzone dauerhaft eingerichtet werden.

Seit 30. November gibt es eine permanente Umweltzone in Madrid. Auch hier gibt es für ausländische Fahrzeuge noch keine Möglichkeit eine Umweltplakette zu kaufen. So lange es kein Bestellsystem gibt, ist es ratsam mit den öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto in die Stadt zu fahren.

Großbritannien:

Im Großraum London gilt eine Niedrigemissionszone,  die sogenannte Low Emission Zone (LEZ). Kostenpflichtig ist die Fahrt durch diese Zone für Wohnmobile ab 2,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht sowie große Vans oder Transporter ab 1,205 Tonnen  Leergewicht. Pkws und Motorräder sind nicht betroffen. Vor der Fahrt durch die Zone muss, unabhängig vom Fahrzeug, online eine Registrierung durchgeführt werden. Die Zonen werden von Kameras überwacht.  Werden die vorgeschriebenen Abgasnormen nicht erfüllt, werden Gebühren fällig. Die Kosten betragen für Wohnmobile zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen 100 Pfund pro Tag, für Wohnmobile ab 3,5 Tonnen 200 Pfund pro Tag.  Die unbefugte Einfahrt führt zu Bußgeldern von bis zu 500 Pfund. Der Autobahnring um London (M25) ist nicht Teil der LEZ – wer also nur an London vorbei fährt, ist von der Niedrigemissionszone nicht betroffen.

Neu ab April 2019
Ultra Low Emission Zone in London - umfasst die engere Innenstadt. Es fallen zusätzliche Emissionsgebühren von 12,50 Pfund an.

Link zur Registrierung: 
tfl.gov.uk

Italien:

Die Fahrverbotszonen "zona traffico limitato" (ZTL) dürfen nur von Fahrzeugen mit Sondergenehmigung befahren werden. Sie befinden sich meist im Innenstadtbereich bzw. in historischen Altstädten. Dies betrifft vor allem touristisch stark frequentierte Städte wie Bologna, Bozen, Florenz, Genue, Mailand, Pisa, Rom und Verona. Sondergenehmigungen können zum Beispiel erteilt werden wenn das gebuchte Hotel in einer ZTL liegt. Informieren Sie das Hotel vorab darüber, dass Sie mit dem Auto anreisen und eine Einfahrtsgenehmigung benötigen. Das Hotelpersonal meldet dies an die Behörden.

Sowohl in Bozen als auch in Brixen gilt in den Innenstädten ein Fahrverbot von Montag bis Freitag jeweils von 7-10 Uhr und von 16-19 Uhr.  Dieses gilt für Fahrzeuge der Kategorien Euro 0, Euro 1 und Euro  2 Diesel.

Ungarn:

In Budapest und anderen großen Städten kann bei erhöhten Smogwerten ein Fahrverbot für Fahrzeuge der Abgsnormen Euro 0  &  Euro 1, sowie Euro 2 & Euro 3 (wenn vor 1995 hergestellt) ausgesprochen werden. Betroffen sind alle ungarischen und ausländischen Fahrzeuge.

City-Maut

Italien:

In Mailand, Bologna und Palermo ist eine City Maut zu entrichten. Möchte man ins dortige Stadtgebiet einfahren, benötigt man ein entsprechendes Ticket. Ein Tagesticket kostet in Mailand und Palermo 5 Euro, in Bologna 6 Euro. 

Norwegen:

In den Zentren von Baerum, Bergen, Bodo, Haugesund, Kristiansand, Namsos, Oslo, Tonsberg und Trondheim muss ganzjährig eine City Maut bei der Einfahrt bezahlt werden (zwischen 11 und 62 NOK).

Erhöhte Ozon-werte in Oslo können zu einem kurzfristigen Einfahrtsverbot führen.

Schweden:

Auch in Stockholm  und Göteborg gibt es eine City Maut. Gebührenpflichtig ist das Befahren der Innenstadt von Montag bis Freitag 6:30-18:29 Uhr (zwischen 10 und 25 SEK). 

Großbritannien:

Zusätzlich zur Low Emission Zone gibt es für das Londoner Stadtzentrum auch noch eine City-Maut (Congestion Charge). Die City-Maut gilt grundsätzlich für alle Fahrzeuge von Montag bis Freitag 7 bis 18 Uhr. Die Kosten für die Congestion Charge betragen 11,50 Pfund pro Tag. Wohnmobilfahrer, die zusätzlich zur Low Emission Zone auch in die „Congestion Charging Zone“ einfahren, müssen jeweils für beide Zonen die nicht unerheblichen Gebühren bezahlen.

Portugal:

Die "Zona de Emissoes Reduzidas" (ZER) gilt genzjährig in Lissabon von Montag bis Freitag 7:00 bis 21:00 Uhr. 
Zone 1: erlaubt sind Fahrzeuge ab Euro-Klasse 3
Zone 2: erlaubt sind Fahrzeuge ab Euro-Klasse 2

Malta:

Das gesamte Stadtgebiet von Valette ist mautpflichtig (City Maut 0,82 Euro/Stunde). Dies betrifft aber nur inländische Fahrzeuge (auch Mietwagen).

Im Zweifelsfall mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren:

Bei den Regelungen der verschiedenen Umweltzonen und Fahrverbote in europäischen Städten kommt es laufend zu Neuerungen und Änderungen. Vor der Reise sollte man sich daher rechtzeitig über die aktuellen Bestimmungen informieren. Bei der Einfahrt in die Stadtzentren sollte man auf eventuelle Hinweisschilder oder Leuchttafeln achten. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, das Fahrzeug in den Außenbereichen der Städte zu parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Zentrum zu fahren.
 

Weitere Infos:

Weitere Infos zu Umweltzonen, City-Maut und weitere Zufahrtsbeschränkungen sind in der ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo in der Kategorie „Fahrverbote & Umweltzonen“ zu finden.




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Stand der Informationen: 07.01.2019

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