UPDATE - Umweltzonen in Europa
So behält man im Umweltzonen-"Dschungel" den Überblick

Einfahrt verboten?! Mittlerweile gibt es in zahlreichen Städten Europas Zufahrtsbeschränkungen. Die jeweiligen Regelungen sind sehr unterschiedlich – von Klebe-Plakette über Online-Registrierung
bis zur City Maut. Grundsätzlich umfassen die Fahrverbote sowohl Pkw als auch Campingfahrzeuge.
Um Strafen zu vermeiden, sollten sich Reisende vor der Fahrt ins Ausland informieren, ob und wie man mit seinem Fahrzeug in eine Stadt fahren darf. Erleichtert wird die Reiseplanung mit der neuen Funktion des ÖAMTC Routenplaners – aufrufbar unter www.oeamtc.at/routenplaner: Liegt auf der berechneten Strecke eine Zufahrtsbeschränkung, weist der Routenplaner darauf hin. So wird versehentliches Befahren vermieden.
 

UPDATE - Dieselfahrverbote in Deutschland:

Mehrere deutsche Ständte führen zusätzlich zu den Umweltzonen auch Fahrverbote für Dieselfahzeuge ein. In Hamburg ist eine solche Regelung bereits in Kraft getreten, weitere Verbote folgen unter anderem in Stuttgart, Frankfurt und Berlin.  Genaue Infos finden Sie hier.
 

Neue Umweltzonen 2018:

In den letzten Jahren sind zahlreiche neue Umweltzonen in Kraft getreten. Mit Jahresanfang 2018 wurden bereits weitere Umweltzonen eingerichtet. So ist in Brüssel die Einfahrt ins Stadtgebiet seit Jahresbeginn nur noch nach vorheriger Online-Registrierung erlaubt.  Ein Fahrverbot gilt vorerst für Dieselfahrzeuge mit der Euro-Abgasnorm 0 und 1. Für im Ausland zugelassene Fahrzeuge gab es noch bis zum Sommer eine Übergangsfrist, diese ist nun aber vorbei. Doch bereits für 2019 ist eine Verschärfung geplant. Auch im deutschen Regensburg ist im Jänner eine Umweltzone in Kraft getreten: Für die Einfahrt in die Stadt benötigt man nun eine grüne Umweltplakette.
 

In welchen Städten gelten welche Regelungen?


 

Umweltzonen:

Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich ist für die Einfahrt in eine Umweltzone eine Plakette zum Aufkleben auf die Windschutzscheibe erforderlich. Die Plaketten sind für beide Länder jedoch nicht einheitlich, d.h. wer in beide Länder reisen möchte, benötigt zwei unterschiedliche Plaketten.
 
 

Deutschland:

In bereits über 50 deutschen Städten gibt es mittlerweile Umweltzonen und bis auf eine Ausnahme (Neu-Ulm) ist für die Fahrt in die Umweltzone eine grüne Plakette erforderlich. Für Dieselfahrzeuge bedeutet das, dass sie mindestens Euro-Abgasnorm 4 oder höher entsprechen müssen. Zu kaufen gibt es die Umweltplakette an den ÖAMTC Stützpunkten (Preis für Mitglieder 6 Euro, für Nichtmitglieder12 Euro).
 
 

Frankreich:

Für die Fahrt in eine französische Umweltzone ist ebenfalls eine Plakette erforderlich, diese ist jedoch nur per Online-Bestellung (unter https://www.certificat-air.gouv.fr/demande-ext/cgu) erhältlich und kostet 4,21 Euro. Da es keine anderen Verkaufsstellen gibt, sollte man die Umweltplakette rechtzeitig im Internet bestellen. Umweltzonen sind in Frankreich entweder dauerhaft (z.B. im Stadtzentrum von Paris und Grenoble) oder sporadisch. Sporadische Umweltzonen werden bei Smogalarm ausgerufen (z.B. im Großraum von Paris und Grenoble, Lille, Lyon, Straßburg und Toulouse) – über das temporäre Inkrafttreten informieren die lokalen Medien. Eine weitere Besonderheit der französischen Umweltzonen: Es gibt sporadische Umweltzonen auch für ganze Départements (ähnlich wie Bezirke in Österreich). Das bedeutet, dass bei hoher Luftverschmutzung Fahrverbote für die ganze Region verhängt werden können.
 
 

Belgien:

Für die belgischen Umweltzonen in Antwerpen und Brüssel ist lediglich eine kostenlose Online-Registrierung erforderlich. Für die Low Emission Zonen (LEZ) in Brüssel und Antwerpen können Sie sich hier registrieren: www.lez-belgium.be. Nach der Registrierung bekommen Sie einen Registry-Sticker. Dieser ist keine offizielle belgische Plakette, sondern lediglich als Nachweis gedacht und muss nicht an der Windschutzscheibe angebracht werden. Sollten Sie sich nicht registrieren und trotzdem in die Umweltzone einfachen, warten hohe Geldstrafen.
Der Kauf einer Plakette ist 
nicht notwendig. In Antwerpen gilt ein Diesel-Fahrverbot für die Euroklassen 3 oder älter, für Brüssel erst ab Beginn 2019.
 

Spanien:

Im Dezember 2017 wurde eine temporäre Umweltzone in Barcelona eingerichtet ("Zona de baixes emissiones rondes BCN"). Sie gilt nur im Falle eines Luftschmutzalarms. Informationen zum aktuellen Luftverschmutzungszustand können auf der Homepage www.barcelona.cat eingeholt werden.

Bei Luftverschmutzungsalarm dürfen folgende Fahrzeuge die Umweltzone nicht befahren:
  • Benzinfahrzeuge mit Erstzulassung vor dem Jahr 2000 (Euro 0-Euro 2)
  • Dieselfahrzeuge mit Erstzulassung vor dem Jahr 2006 (Euro 0-Euro 3)
  • Vans mit Erstzulassung vor dem 01.10.1994 (Euro 0)

Es gibt zwar eine Umweltplakette, diese ist aber derzeit nur für in Spanien zugelassene Fahrzeuge erhältlich. Der Nachweis der Emissionsklasse muss alternativ über die Zulassungsbescheinigung Teil I erfolgen. Ab 2020 soll die Umweltzone dauerhaft eingerichtet werden.

London:

Im Großraum London gilt eine Niedrigemissionszone,  die sogenannte Low Emission Zone (LEZ). Kostenpflichtig ist die Fahrt durch diese Zone für Wohnmobile ab 2,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht sowie große Vans oder Transporter ab 1,205 Tonnen  Leergewicht. Pkws und Motorräder sind nicht betroffen. Vor der Fahrt durch die Zone muss, unabhängig vom Fahrzeug, online eine Registrierung durchgeführt werden. Die Zonen werden von Kameras überwacht.  Werden die vorgeschriebenen Abgasnormen nicht erfüllt, werden Gebühren fällig. Die Kosten betragen für Wohnmobile zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen 100 Pfund pro Tag, für Wohnmobile ab 3,5 Tonnen 200 Pfund pro Tag.  Die unbefugte Einfahrt führt zu Bußgeldern von bis zu 500 Pfund. Der Autobahnring um London (M25) ist nicht Teil der LEZ – wer also nur an London vorbei fährt, ist von der Niedrigemissionszone nicht betroffen.

 

City-Maut


 

Italien:

In Mailand, Bologna und Palermo ist eine City Maut zu entrichten. Möchte man ins dortige Stadtgebiet einfahren, benötigt man ein entsprechendes Ticket. Ein Tagesticket kostet in Mailand und Palermo 5 Euro, in Bologna 6 Euro. Schweden & Norwegen: Eine City Maut gibt es auch in einigen Städten Norwegens, unter anderem in Oslo, Bergen, Trondheim, sowie in den schwedischen Städten Göteborg und Stockholm. In beiden Ländern wird bei der Fahrt durch eine Mautstation das Kennzeichen elektronisch erfasst – die Rechnung für die Fahrt in die Umweltzone wird anschließend per Post an den Fahrzeughalter zugestellt.
 

London:

Zusätzlich zur Low Emission Zone gibt es für das Londoner Stadtzentrum auch noch eine City-Maut (Congestion Charge). Die City-Maut gilt grundsätzlich für alle Fahrzeuge von Montag bis Freitag 7 bis 18 Uhr. Die Kosten für die Congestion Charge betragen 11,50 Pfund pro Tag. Wohnmobilfahrer, die zusätzlich zur Low Emission Zone auch in die „Congestion Charging Zone“ einfahren, müssen jeweils für beide Zonen die nicht unerheblichen Gebühren bezahlen.
 

Verkehrsberuhigte Zonen:

In über 100 italienischen Innenstädten gelten verkehrsberuhigte Zonen, sogenannte „zona traffico limitato“ (ZTL), d.h. in diesen Zonen gilt für alle Fahrzeuge ein generelles oder auf bestimmte Tageszeiten beschränktes Fahrverbot. Eine Sondergenehmigung kann für die Einfahrt genehmigt werden, wenn beispielsweise das gebuchte Hotel in einer ZTL liegt. ZTL gelten unter anderem in den folgenden von Touristen gerne besuchten Städten: Arezzo, Bologna, Bozen, Florenz, Genua, Mailand, Pisa, Rom, Triest, Turin, Verona und viele mehr.
 
 

Im Zweifelsfall mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren:

Bei den Regelungen der verschiedenen Umweltzonen und Fahrverbote in europäischen Städten kommt es laufend zu Neuerungen und Änderungen. Vor der Reise sollte man sich daher rechtzeitig über die aktuellen Bestimmungen informieren. Bei der Einfahrt in die Stadtzentren sollte man auf eventuelle Hinweisschilder oder Leuchttafeln achten. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, das Fahrzeug in den Außenbereichen der Städte zu parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Zentrum zu fahren.
 

Weitere Infos:

Weitere Infos zu Umweltzonen, City-Maut und weitere Zufahrtsbeschränkungen sind in der ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo in der Kategorie „Fahrverbote & Umweltzonen“ zu finden.




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Stand der Informationen: 22.10.2018

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