© Stefan v. Diehl
Robert Musil zufolge ist das gemeinsame als „zwei kleine, nebeneinander geritzte Striche in die Unendlichkeit“.
Er fand sein eigenes Glück am Bahnhof Rostock. Der Klagenfurter Schriftsteller („Der Mann ohne Eigenschaften“) erblickte dort
im Sommer 1911 die Berliner Malerin Martha Marcovaldi und folgte ihr im Zug schockverliebt nach Graal an der Ostsee – die
Hochzeit fand wenige Monate später statt.
Wir fuhren auch dorthin, mit einem Wohnmobil, und haben uns ebenfalls verliebt: in die unendliche Weite und großartige Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Das nordöstlichste Bundesland unserer Nachbarn ist mit einer Fläche von rund 23.000 Quadratkilometern etwas größer als Niederösterreich, aber mit 68 Einwohnern pro Quadratmeter das am dünnsten besiedelte Bundesland Deutschlands. Drei National-, acht Naturparks, mehr als 200 Camping- und Stellplätze und 2.000 Seen sowie einer in Kilometern ebenso langen Küstenlinie – diese Region ist wie gemacht für naturnahen Tourismus.
Weiter geht’s auf die Autobahn Richtung Schwerin. Zwölf Seen umrahmen die Landeshauptstadt. Wahrzeichen ist das mächtige Schloss mit zugehöriger Kirche und Garten. Der historische Kern ist putzsauber durchsaniert und seit 2024 Teil des UNESCO-Welterbes. Nach einem Spaziergang mit Kaffeepause am Pfaffenteich gleiten wir weiter zur Hansestadt Wismar.
Wir fuhren auch dorthin, mit einem Wohnmobil, und haben uns ebenfalls verliebt: in die unendliche Weite und großartige Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Das nordöstlichste Bundesland unserer Nachbarn ist mit einer Fläche von rund 23.000 Quadratkilometern etwas größer als Niederösterreich, aber mit 68 Einwohnern pro Quadratmeter das am dünnsten besiedelte Bundesland Deutschlands. Drei National-, acht Naturparks, mehr als 200 Camping- und Stellplätze und 2.000 Seen sowie einer in Kilometern ebenso langen Küstenlinie – diese Region ist wie gemacht für naturnahen Tourismus.
Die Ruhe entdecken
Wir starten an der Mecklenburgischen Seenplatte. Am sauberen Woblitzsee liegt das Campingressort Havelberge, ein Musterbetrieb, der uns alle Wünsche erfüllt. Das gepflegte Areal ist ideal für Familien: Highlights sind das Wellness-Resort und der Waldseilgarten. Perfekt für eine Radtour: Zehn Kilometer nordöstlich liegt die Barockstadt Neustrelitz am Zierker See. Das Zentrum ist der großzügige Marktplatz, in der Nähe befinden sich das Landestheater, die hübsche Orangerie, der Schlosspark und der Hafen.Weiter geht’s auf die Autobahn Richtung Schwerin. Zwölf Seen umrahmen die Landeshauptstadt. Wahrzeichen ist das mächtige Schloss mit zugehöriger Kirche und Garten. Der historische Kern ist putzsauber durchsaniert und seit 2024 Teil des UNESCO-Welterbes. Nach einem Spaziergang mit Kaffeepause am Pfaffenteich gleiten wir weiter zur Hansestadt Wismar.
Wasser und Natur
Die Kulturerbe-Stadt ist geprägt von Wasser und vom Hafen. Besonders gefallen uns hier die rausgeputzten Altbauten und das historische Zentrum. Aber die Zeit rennt, es ist schon später Nachmittag. Wir steuern den „Ferienpark Zierow“ direkt an der Ostsee an, der von den Schwestern Nathalie und Nadine van Meeteren liebevoll geführt wird. Hier finden Kinder dank Streichelzoo oder Kunsteisbahn Abwechslung wie Spaß. Unser Traum wäre eine Nacht im romantischen Nachtstrandkorb für zwei mit Seeblick, wir ziehen aber letztlich doch den eigenen Kastenwagen vor. Falls das Hubbett zu hart ist, lindert das Team von Co-Chefin Nadine in der Physiotherapie-Praxis die verspannte Muskulatur.Am nächsten Tag rollen wir entlang einer Allee durch endlose Felder aus Weizen und Raps, die sich sanft im Frühlingswind wiegen, nach Rerik. Sauber und sehr gut organisiert, liegt dort das gleichnamige „Ostseecamp Seeblick“ direkt am Strand. Wir haben Glück und ergattern einen Platz am vor der Steilküste schützenden Zaun mit Blick auf die See. Nach dem köstlichen Spargel-Dinner im Restaurant „Oase“ am Platz gönnen wir uns vor einem wie von William Turner gemalten Sonnenuntergang ein Glas glutroten Rioja. Prost!
Morgens erkunden wir den Platz: Die Sanitärräume sind sauber wie ein OP-Raum im Krankenhaus, mehrere Saunen, ein gut ausgestattetes Fitnessstudio und ein lustiges Kinderbad: Hier fehlt es uns an nichts. Schönes Detail: Vor dem Shop-Eingang gibt es einen Kräutergarten zum Selberernten. Mittags packen wir zusammen: On the road again, Richtung Rostock.
Alleen, die niemals enden wollen
Die Hansestadt ist schon von weitem am riesigen blauen Portalkran der örtlichen Schiffswerft erkennbar. Wir sparen uns heute die Innenstadt für eine spätere Tour auf. Mit einer kleinen Fähre fahren wir vom Kreuzfahrt-Center rüber nach „Hohe Düne“ und weiter zum „Ostseecamp Graal-Müritz“, einem naturbelassenen Waldcampingplatz. Vor lauter Bäumen sieht man fast die Ostsee nicht, dafür ist es in heißen Sommern im Schatten der hohen Birken, Kiefern und Buchen angenehm. Große Sandplätze, neue Mietbäder und freundliches Personal – hier würden wir gern länger bleiben. Doch die Endstation unserer Reise ruft uns. Die letzten Nächte verbringen wir auf der Halbinsel Zingst. Hier lockt der blitzblanke Fünfsterneplatz „Am Freesenbruch“ mit üppigem Wellness- und Fitnessbereich, einem großen Freizeitangebot, ausgezeichnetem Essen im familiengeführten Restaurant „Zum Deichgraf“. Das alles zaubert uns Reisenden ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht.Tour-Fazit: Das ursprüngliche Mecklenburg-Vorpommern ist wunderschön und ideal für den Camping-Urlaub. Flache Landschaften¬ und endlose Blicke bis zum Horizont lassen die Seele entspannt ruhen. Enden wir, wie wir begonnen haben, mit Robert Musil: „Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen, obwohl es einfacher wäre, sich diese Karten kommen zu lassen.“ Das gilt nicht für uns: Wir wollen me(e)hr erleben und fahren weiter. Aber das sind andere Geschichten…
Campingplätze
Havelberge Camping Resort
haveltourist.de
Ostseecamping Ferienpark Zierow
ostsee-camping.de
Ostseecamp Seeblick Rerik
ostseecamp.de
Ostseecamp & Ferienpark Rostocker Heide
ostseecamp-ferienpark.de
Campingplatz Am Freesenbruch
camping-zingst.de
Text und Bild: Stefan v. Diehl
Ein Artikel aus der Camping Revue 4/2025.
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