Fahrzeugtest: Pössl Trenta
Einsteigen, bitte!

Im Kastenwagen-Segment hat sich Pössl im Laufe von 30 Jahren einen Namen gemacht. Es wird in Deutschland produziert, es gibt immer wieder Innovationen, die Qualität stimmt und beim Preis spielt man in der mittleren Liga. Zum 30. Geburtstag von Pössl gibt es das Sondermodell mit dem Namen Trenta. Er ist gespickt mit einer Reihe sinnvoller Serien- und Sonderausstattungen. Den Trenta zeichnen die guten Fahreigenschaften, Reise- und Alltagstauglichkeit sowie sein ausgewogenes Wohnkonzept aus. Durch die kompakten Maße vereint er in dieser Klasse die Vorteile des Kastenwagens mit dem Komfort eines Reisemobils.
BASIS
Als Basis kann der Kunde zwischen Fiat Ducato und Citroën Jumper wählen. Die Einsteiger-Motorvariante hat bei beiden Herstellern 140 PS und ist bei Citroën einen Tausender günstiger. Das Antriebsaggregat hat bei Citroën 2,2 Liter Hubraum und bei Fiat 2,3 Liter. Andere Motorvarianten der beiden Hersteller haben bis zu 178 PS.
Unser Fahrzeug ist der Jumper, er hat einen 90-Liter-Dieseltank, ESP, ASR, Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht und Lederlenkrad. Das Fahrwerk ist das 3,5-Tonnen-Light-Chassis auf 16-Zoll-Rädern und erlaubt 530 Kilogramm Zuladung. Zum Aufpreis von 500 Euro kann man auf das Heavy-Chassis upgraden. Dadurch steigt unter anderem die Anhängelast von 2.500 auf 3.000 Kilogramm.

AUFBAU
Fast 6,5 Meter Länge, gut zwei Meter Breite und fast 2,6 Meter Höhe sind die Basis für den Aufbau. Ganz klar macht sich bei Kastenwagen der im Vergleich zu herkömmlichen Wohnmobilen weit schmälere Aufbau im Innenraum bemerkbar. Die in der Regel 30 Zentimeter weniger Breite, merkt man deutlich am Raumgefühl. Das Gleiche gilt aber umgekehrt als unvergleichbarer Vorteil auf Bergstraßen und engen Gassen. Der Trend zu kompakten und günstigen Kastenwagen ist jedenfalls ungebrochen. In der Transporter-Klasse bewegt man sich mit den 6,5 Metern Länge im oberen Mittelfeld. Der Heckraum ist so gut angelegt, dass er bei Bedarf auch zum Transporter wird. Serienmäßig sind eine Softlock-Schiebetür mit Insektenschutz und eine elektrische Trittstufe. Das Dach ist mit zwei Zentimetern PE-Schaum und zwei Zentimetern Styrodur isoliert, der Boden mit 1,5 Zentimetern RTM-Schaum und die Wände mit ein bis zwei Zentimetern PE-Schaum. Die Dachfenster sind ein Midi-Heki im Wohnbereich und ein Mini-Heki im Schlafbereich.
Witzig sind die Bullaugen bei diesem Sondermodell.
Das offene Fahrerhaus vermittelt ein besonders großzügiges Raumgefühl.
Für mehr Platz beim Duschen wird die Toilette auf die Seite geschwenkt.
Der Kühlschrank lässt sich in beide Richtungen öffnen.
Die Küchenmöbel haben eine indirekte LED-Beleuchtung.
Die Heckgarage wird vergrößert, indem man die Betten stapelt.
AUSBAU
Der Grundriss ist klassisch für Kastenwagen: Küche beim Einstieg, komfortable Halbdinette hinter dem Fahrerhaus, dahinter Bad und im Heck der Schlafbereich. Die Sitzgruppe bietet vier Personen bequem Platz. Der Tisch ist verschiebbar und mit einer schwenkbaren Zusatzplatte erweiterbar. Für den Fahrbetrieb sind vier Sitzplätze mit Dreipunkt-Gurten eingebaut. Die Frischwasserentleerung erfolgt von oben mit Drehverschluss. Softlock ist seit einigen Jahren bei Pössl in allen Modellen serienmäßig verbaut. Weiters findet man in allen Modellen eine elektrische Einstiegsstufe, ein bei der Schiebetür eingebautes Insektenschutzgitter und Verdunkelungsrollos. Das Innen-Design ist modern mit klaren Linien. Der Möbelbau zeichnet sich durch helles Holzdekor in Kombination mit grauen Fronten aus. Die Griffe der Oberschränke sind nicht sichtbar auf der Rückseite unten an den Klappen angebracht. Boden, Tischplatte und Arbeitsplatte sind grau. Der hellgraue Stoff der Wandverkleidungen und Sitzgruppe ist wertig und kuschelig. Das raffinierte Beleuchtungskonzept schafft warme Farbtöne.



Die beiden Längsbetten im Heck sind aufklappbar mit Durchlademöglichkeit. Zugunsten eines großzügigen Bades wanderten die Kleiderschränke unters Bett am Fußende und sind nach Abheben eines Polsters jeweils von oben zugänglich. Unter dem rechten Bett ist der Wassertank und auf der anderen Seite die zwei Elf-Kilo-Gasflaschen untergebracht. Die Trittstufen zum Bett sind bei Durchladebedarf entfernbar. Das Fahrerhaus ist hoch und offen und hat dafür nur einen sehr dezenten Stauraum. Faltrollos verdunkeln das Fahrerhaus und werden serienmäßig angeboten.


KÜCHE
Die Positionierung der Küche ergibt sich bei fast allen Vans im Bereich der Schiebetüre. Diese gibt im geöffneten Zustand den Küchenblock teilweise frei, man kocht quasi im Freien. Unter dem Küchenblock befinden sich drei große Ausziehladen und ein schmales Kästchen mit Fächern. Der Kühlschrank fasst 70 Liter. Es gibt einen Zwei-Flammen-Gaskocher und Niro-Spüle. Der Kühlschrank wanderte nach links zum Einstieg, seine Türe ist von links oder rechts zu öffnen. Somit ist er von außen oder innen bequem zu erreichen.

NASSZELLE
Das Badezimmer befindet sich gegenüber der Küche und bietet ausreichend Bewegungsfreiheit. Die Kassetten-Toilette ist schwenkbar, das Waschbecken fix montiert. Beim Duschen wird ein Duschvorhang vorgezogen und die Abdeckung der Duschtasse abgenommen.

FAZIT
Das Sondermodell zum 30. Geburtstag von Pössl ist praktisch, unaufdringlich und gut verarbeitet.


Technische Daten Pössl Trenta 640
BasisfahrzeugCitroën Jumper
Motor/Antrieb4 Zylinder
Schaltgettriebe, 6-G
Vorderradantrieb Euro 6
Hubraum 2.200 cm3
Leistung102 kW/140 PS
Zulässige Gesamtmasse3.500 kg
Masse im fahrbereiten Zustand2.970 kg
Maximale Anhängelast2.500 kg
Maximale Zuladung530 kg
Außenmaße (L/B/H) in mm6.358/2.050/2.610
Innenhöhe1.905 mm
Radstand4.035 mm
Bettenmaß Heck in mm1.903/1.769 x 1.900
Sitzplätze4 (Dreipunktgurt)
FüllmengenFrischwasser 100 l
Abwasser 92 l
Gasvorrat 2x11 kg
Preis (inkl. Abgaben, Fracht und Typisierung)€ 50.990,–
Preis Testfahrzeug (inkl. Abgaben, Fracht und Typisierung)€ 57.957,–
Bezugsquelle: www.poessl-mobile.de
Funmobil, www.funmobil.atverwaltung@funmobil.at

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